“Max.bab” schießt seine Hörer nicht auf den Mond, sondern nimmt sie mit auf die „inneren Umlaufbahnen“
Das ist Musik, an der Liebhaber des jungen, deutschen Jazz schon lange nicht mehr vorbei gehen können.
Das Quartett „max.bab“ kann bereits auf diverse Erfolge zurückblicken. Seit zehn Jahren sind die vier Musiker nicht nur erfolgreich, sondern auch überaus kreativ. Jüngstes Beispiel ist hierfür sicherlich ihre neue CD: „Inner Orbit“, mittlerweile schon ihr sechster Tonträger.
Kernstück der Neuerscheinung ist die „Leonov´s Space Walk Suite“. Die Suite setzt das Bild des ersten Mannes der frei im Weltraum schwebt um und beschäftigt sich eben auch mit den Inneren Umlaufbahnen, also auch den Gefühlen, Gedanken und Ängsten des Kosmonauten Alexei Leonov, der 1965 als erster Mensch der Geschichte frei im Weltraum, außerhalb seines Raumschiffes schwebte.
Zu Recht wählt das Quartett die alte Form der Suite, denn das was da komponiert wurde und gespielt wird ist Kammermusik im besten Sinne. Hier vereinen sich große Ideen, kreativer Geist und hervorragende Spielkunst miteinander und die traumwandlerische Sicherheit mit der die vier Musiker aufeinander eingehen und miteinander musizieren muss begeistern.
Die Musik ist schwerelos, mit großer Leichtigkeit erfüllen die Läufe Benedikt Jahnels am Flügel den Raum. Max von Mosch bläst gefühlvoll, pointierend entsprechende Lines auf dem Saxophon und Bassist Benny Schäfer stellt gemeinsam mit Schlagzeuger Andi Haberl ein solides Fundament zur Verfügung, das Höhenflüge, in Improvisationen jedes einzelnen Musikers, möglich macht. So wird aus einem kleinen filigranen Thema durch eine hervorragende Dynamik anschwellender Klang bis zu sinfonischer Größe. Max.bab lässt diese Blasen allerdings nicht einfach zerplatzen. Sie schweben im Raum und können in ihrer Schönheit von allen Seiten betrachtet werden, bevor sie immer kleiner werdend im Universum verhallen.
(snow)
Der Beitrag wurde am Freitag, den 26. März 2010
um 15:41 Uhr veröffentlicht und wurde unter
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