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La Brass Banda im Interview

Die etwas andere Blasmusik.

„Wir sind eine Ergänzung zur sonstigen Blasmusik“

La Brass Banda Posaunist Manuel Winbeck im Gespräch.

Es war 2007, da fanden sich fünf Musiker mit einer gemeinsamen Idee zusammen. 2008 setzten sie sich kurzentschlossen auf ihre Mopeds und fuhren mit einem Traktor samt Anhänger zum Endspiel der Fußball-Europameisterschaft nach Wien und veranstalteten ein Platzkonzert. Seither hat die Blasmusik-Kapelle: „La Brass Banda vor allem durch Mund-zu-Mund-Propaganda und ihre mitreißenden Liveshows viele Fans gewonnen. Auftritte in Ganz Deutschland und auch auf anderen Kontinenten trieben den Erfolg voran. Zwei CDs behaupten sich in den Charts. Der Posaunist Manuel Winbeck sprach mit Stefan Nowicki über die Band und ihre Musik.

- Herr Winbeck, 2007 hat sich La Brass Banda gegründet. Wie haben Sie zueinander gefunden und wie kam es zu der Idee besondere Blasmusik zu machen?

Manuel Winbeck: Wir kannten einander von früher, beziehungsweise Stefan kannte uns alle. Wir waren uns einig, wir wollten nach dem doch recht trockenen Studium Tanzmusik für junge Leute machen.

- Nach der legendären Tour zum Europameisterschafts-Endspiel stellte sich schon bald der Erfolg ein und La Brass Banda absolvierte Auftritte in Sibirien und in Afrika. Wie kam das zustande?

Manuel Winbeck: Da sind Leute von der Botschaft und vom Goethe-Institut auf uns zugekommen. Wir nahmen die Gelegenheit gerne wahr. Es hat auch wenn es recht kurz war viel Spaß gemacht und war sehr interessant.

- Teilweise steht die Musik von La Brass Bandas im Kontrast zu dem was die Bandmitglieder sonst so machen, wenn man bedenkt da ist ein Professor für Tuba, Stefan hat eine klassische Ausbildung und Konzertpraxis usw. Was treibt euch zu der Musik von La Brass Bandas?

Manuel Winbeck: Eben der Kontrast und die Abwechslung zu dem was wir sonst machen. Ganz besonders aber der unmittelbare Kontakt zum Publikum. Das hatten wir alles nicht in der Zeit des Studiums und bei klassischen Konzerten.

- Wie würden Sie diese Musik beschreiben? Es ist ja nicht nur Balkan-Brass, sondern lässt sich kaum in eine Schublade stecken.

Manuel Winbeck: Es gibt eigentlich keinen Begriff der ausreichend wäre. Die Musik steht ganz für sich. Jeder kann für sich eine eigene Einordnung finden. Es ist die Verbindung vieler Einflüsse und all dem was wir gelernt haben.

- Hat sich die Musik mit wachsender Popularität verändert?

Manuel Winbeck: Ich glaube, nein. Es hat natürlich eine Entwicklung stattgefunden, schon allein durch das Zusammenwachsen der Band.

- Zwei CD sind haben sie bereits aufgenommen. „Habediehre“ und „Übersee“. Ist eine neue in Sicht?

Manuel Winbeck: Ja, aber das dauert noch ein bisschen.

- Der Erfolg von La Brass Banda lässt sich vor allem auf die Liveperfomance zurückführen. Was ist euer Rezept? Funktioniert das auch auf Tonträgern?

Manuel Winbeck: Viele Leute sagen, es ist eine ganz andere Erfahrung, die Musik jenseits von der Konzertatmosphäre, in Ruhe zu hören. Ich würde sagen, die Musik ist auf den CDs dichter. Wir haben im Studio ja viel mehr Möglichkeiten, als live auf der Bühne.

- Versteht sich La Brass Banda als Gegenentwurf, oder Alternative zu dem, was der Blasmusik allgemein an Vorurteilen anhängt?

Manuel Winbeck: Eigentlich nicht. Wir Bläser kommen ja aus der Richtung. Ich würde es eher als Ergänzung sehen.

snow

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Copyright © 2019 by: Stefan Nowicki Journalist und Autor • Design by: Stefan Nowicki< Foto: Sabrina Bestle