Auch wenn das hier kein persönliches Tagebuch sein soll, so will ich heute etwas Privates gestehen: Ich gehe gerne auf Flohmärkte.
Ich will hier aber nicht weiter darüber schreiben, was mich dahin treibt, welche Schnäppchen ich gemacht habe und welche Erfahrungen ich machen durfte. Nein, es geht jetzt um eine meiner Beobachtungen.
Aktuell reden alle von der Krise und eigentlich will ich da nicht mitmachen. Ich halte nichts davon. Ich glaube sogar, dass wir auch so etwas wie eine globale Wirtschaftskrise herbeireden können.
Aber die Menschen reagieren schon längst auf all das was ihnen landauf, landab eingetrichtert wird.
Wenn ich ehrlich bin, kann ich nicht verheimlichen, dass ich davon ausgehe, es wird noch viel schlimmer kommen. Aber lassen wir das. Zurück zum Flohmarkt.
Da ich seit vielen Jahren und oft auf Trödelmärkte gehe konnte ich feststellen, dass sich in diesem Jahr etwas verändert hat. Es sind immer mehr ältere Leute die da hinter Campingtischchen und Tapeziertischen ihr Hab und Gut zum Kauf anbieten. Auffallend sind die vielen unterschiedlichen Sammlungen die angeboten werden. Postkarten, Briefmarken, Münzen, aber auch Sammeltassen, Bierkrüge oder hunderte von Minischnapsfläschchen. Ich gewinne den Eindruck, die Leute beginnen sich jetzt von all dem zu trennen, was sie sichÜberflüssiges in all den fetten Jahren gegönnt haben. So sind auch vermehrt Motorradhelme, Lederkombis und Jacken im Angebot, da hat man sich offenbar von seinem Bike getrennt.
Zusätzlich gibt es mehr Mütterchen, die Ableger ihrer Zimmerpflanzen, selbstgemachte Marmelade und Selbstgehäkeltes und Gestricktes an Mann oder Frau bringen möchten.
Sind das bereits alles Indizien für eine Krise? Eine neue Armut? Eine allgemeine Angst?
Mir kommt allerdings auch der Gedanke, wenn ich mich aus welchen Gründen auch immer von den Staubfängern meiner Wohnung, von Sammelleidenschaftsergebnissen und von geliebten Luxusgütern auf Flohmärkten verabschieden möchte habe ich ja auch die Hoffnung es gibt Menschen die all das auch kaufen möchten. Das bedeutet allerdings es muß noch Menschen geben die bereit sind Geld auszugeben für den Luxus einer Schnapsfläschchensammlung, ein Motorad, eine elektrische Eisenbahn oder nicht selbst angefertigte Handarbeiten.
Die einen hoffen auf zusätzliches Geld durch Trennung und die anderen hoffen auf günstigen Luxus. Also ist es mit der Krise doch noch nicht soweit her, oder?
Der Beitrag wurde am Mittwoch, den 3. Juni 2009
um 08:39 Uhr veröffentlicht und wurde unter
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